Buchhaltung, Controlling & Preise: Meine 3 Finanzlearnings aus 2025

Finanzen planen & analysieren

Themen im Überblick

Mein Dezember war dicht gedrängt von To-Dos und viel Zeit blieb mir nicht zum Reflektieren. Nichtsdestotrotz gibt es 3 Finanzlearnings für UnternehmerInnen, die mir 2025 wirklich in Erinnerung geblieben sind.
Genau diese möchte ich mit dir teilen, damit du dir diese Umwege sparst – sozusagen als kleine Abkürzung für deinen Unternehmensalltag.

Eines vorab:
Wenn du dir jetzt denkst, das alles klingt nach zusätzlichen To-dos oder Dingen, die du auch noch wissen solltest, dann stoppe kurz diesen Gedankengang.
Genau diese Learnings helfen dir nämlich, deine Arbeit schneller, effizienter und fokussierter zu gestalten. Für mich sollen Finanzen nie belastend oder ein zusätzlicher Aufwand sein, sondern die Basis, um mein Unternehmen richtig zu führen.

1. Digitale Buchhaltung & das richtige Buchhaltungstool wählen

Digitale Buchhaltung ist für mich ein echter Gamechanger, wenn es um Zeit, Überblick und innere Ruhe geht. Trotzdem sehen viele UnternehmerInnen ihre Buchhaltung noch immer als notwendiges Übel: Belege sammeln, einmal im Monat (oder Quartal, oder Jahr) alles zusammensuchen und hoffen, dass eh alles passt.

Mein 1. Learning 2025:

Nicht die Buchhaltung an sich ist mühsam – sondern ein fehlendes oder unpassendes System.

Ein gutes digitales Buchhaltungstool nimmt dir nicht die Verantwortung ab, aber es spart dir Zeit und Nerven. Belege werden direkt erfasst, Umsätze sind nachvollziehbar und Zahlen sind aktuell – nicht Wochen oder Monate alt. Genau das macht den Unterschied.

Wichtig dabei:
Es gibt nicht das eine richtige Buchhaltungstool für alle. Mach nicht den Fehler, einfach das billigste Tool zu wählen – genau das habe ich selbst gemacht. Das richtige Tool passt zu:

  • deinem Geschäftsmodell
  • deiner Unternehmensgröße
  • deiner Arbeitsweise

Es sollte nicht zu komplex sein, dir aber trotzdem einen klaren Überblick liefern. Außerdem muss es mit dem österreichischen Steuerrecht konform sein (eine Einnahmen-Ausgaben-Rechnung in Excel ist nicht rechtskonform).

Ich kann hier zwei österreichische Buchhaltungstools empfehlen (unbezahlt, keine Werbung):

  • ProSaldo.net
  • FreeFinance

Eine digitale Buchhaltung spart dir nicht nur Zeit, sondern auch mentale Energie. Du musst weniger nachdenken, weniger suchen, weniger aufholen – und genau dadurch entstehen Freiräume für deine eigentliche Arbeit.

2. Gewinn und Steuern laufend selbst berechnen

Meinen Gewinn und meine Steuern laufend während des Kalenderjahres selbst zu berechnen, vorzuplanen und bewusst zu steuern, hat mir 2025 unglaublich viel Klarheit und Zuversicht gegeben.

Mein 2. Learning 2025:

Gewinn und Steuern darfst du nicht nur abgeben – du musst sie selbst verstehen.

Natürlich macht es für viele UnternehmerInnen Sinn, mit einer Steuerberatung zu arbeiten.
Aber die Verantwortung, deine Zahlen auch unter dem Jahr zu kennen, kann dir niemand abnehmen. Wenn du erst Monate später erfährst, wie dein Unternehmen wirklich gelaufen ist, kannst du nichts mehr steuern – du kannst nur reagieren.

Wenn du Gewinn und Steuern laufend selbst berechnest, weißt du jederzeit:

  • Wo stehe ich gerade?
  • Was bleibt mir wirklich?
  • Was gehört mir – und was dem Finanzamt?

Steuern sind kein Thema für „irgendwann“ oder „wenn es eben sein muss“. Mehr zu Berechnung der Einkommensteuer und Sozialversicherung findest du jeweils in eigene Beiträge.

Sie entstehen nicht am Jahresende, sondern mit jeder Rechnung, die du schreibst und bezahlst. Genau deshalb macht es so viel Sinn, sie von Anfang an mitzudenken. Dieses Wissen nimmt Druck raus, reduziert Unsicherheit und ermöglicht dir, bewusst Rücklagen zu bilden, Entscheidungen zu treffen und Investitionen zu planen. Gewinn sichtbar zu machen bedeutet nicht, sich einzuschränken –
es bedeutet, sein Unternehmen bewusst zu führen.

3. Deine wichtigste Ressource als DienstleisterIn ist Zeit

Und gleichzeitig ist Zeit die am meisten unterschätzte Ressource.
In diesem Jahr durfte ich selbst lernen, was passieren kann, wenn man den Arbeitsaufwand nur grob schätzt und am Ende ein nicht profitables Projekt entsteht. Ganz verhindern lässt sich das nicht –
aber du kannst deine Ressource Zeit klar durchrechnen.

Mein 3. Learning 2025:

Wenn du deine Zeit als DienstleisterIn nicht trackst, weißt du nicht, ob deine Preise wirklich passen.

Dabei geht es nicht darum, dich selbst zu kontrollieren oder Leistungsdruck zu schaffen, sondern ehrlich hinzuschauen:

  • Wie viel Zeit fließt wirklich in ein Projekt?
  • Was ist verrechenbar – und was nicht?
  • Wo geht Zeit verloren, ohne dass sie bezahlt wird?

Viele Unternehmerinnen kalkulieren ihre Preise auf Basis eines Bauchgefühls. Das funktioniert kurzfristig – aber nicht langfristig. Mehr zum Thema Preise gestalten, findest du übrigens in einem eigenen Blogbeitrag.

Zeittracking hat mir geholfen:

  • Preise sicherer zu argumentieren
  • unrentable Leistungen zu erkennen
  • meine Arbeit effizienter zu strukturieren

Und ganz wichtig zum Schluss: Es geht nicht darum, mehr zu leisten – sondern den Wert und die Zeit deiner Arbeit realistisch einzuschätzen, um bessere unternehmerische Entscheidungen zu treffen.

Weitere Einblicke und Tipps

Wenn du weitere Tipps möchtest, dann bist du in meinem monatlichen Finanznewsletter genau richtig. Jedes Monat erhältst du Infos und aktuelle News rund um Controlling, Buchhaltung und Steuern im Unternehmen – wie immer mit einer guten Prise Persönlichkeit.

Vortrag Finanzplanung für Unternehmerinnen am 29.1.2026 - für 0€